Powerchords



Wenn du schon einmal versucht hast, „normale“, offenen Akkorde, mit einem verzerrten Sound über deinen Gitarrenverstärker zu spielen, wirst du mit dem Ergebnis sicherlich nicht besonders zufrieden gewesen sein. Je nach Grad und Stärke der Verzerrung klingen diese Akkorde immer ziemlich matschig, „breiig“ und nicht besonders differenziert.
Irgendwie stellt man sich den E-Gitarrensound anders vor.

Die offenen Akkorde beinhalten einfach zu viele unterschiedliche Töne, als dass sie bei einem verzerrten Sound sauber klingen können. Man muss es also irgendwie schaffen, die Akkorde mit weniger Tönen zu spielen, um einen vernünftigen Klang zu erhalten.

Und genau zu diesem Zweck kommt in der Rockmusik seit jeher der Powerchord zum Einsatz. Dieser besteht zunächst einmal nur aus zwei Tönen, welche immer auf zwei direkt übereinander liegenden Saiten gespielt werden. Hierbei sollte es sich vorzugsweise um die tiefen Saiten handeln.
__________________________________________________________

Der Powerchord ist ganz einfach zu greifen und zu merken, da es eigentlich nur eine wirklich relevante Form gibt, die man auf dem Griffbrett dann verschieben oder auf andere Saiten umsetzen kann:

Der Zeigefinger (1) greift immer den Grundton auf der tieferen Saite, während der Ringfinger (3) auf der darüber liegenden Saite zwei Bünde weiter greift. Alle anderen Saiten werden nicht angespielt, d. h, es sollte mit einem kontrolliertem Anschlag der rechten Hand auch nur die beiden gegriffenen Saiten angespielt werden.

Der Vorteil dieses Griffes besteht, ähnlich wie bei den Barregriffen, darin, dass er verschoben werden kann. Es ist genau das gleiche Prinzip: Kennt man die Töne auf der E- und A-Saite, ist es möglich alle Powerchords zu erzeugen und somit auch Songs zu begleiten.

Der Powerchord kann sowohl über Dur-, als auch über Moll-Akkorde angewendet werden, da er kein "Tongeschlecht" besitzt.
Auf der folgenden Abbildung zeige ich dir zunächst einmal die zwei geläufigsten Typen: Den Powerchord mit Grundton auf der tiefen E-Saite und den mit Grundton auf der A-Saite.




Wie du siehst, ändert sich an dem Fingersatz rein gar nichts. Es wird lediglich das Saitenpaar gewechselt. Mit diesen zwei einfachen Grundformen kannst du nun schon eine Menge Möglichkeiten ausschöpfen.

____________________________________________________________________

Hier zeige ich dir noch eine kleine Erweiterung des Powerchords (mit Grundton auf der E- oder A-Saite). Dabei geht es um Folgendes:

Du kannst auf der Saite, die über der Saite liegt, auf der der Ringfinger greift, noch zusätzlich den kleinen Finger greifen lassen. Und zwar im gleichen Bund, wie den Ringfinger. Das Hört sich vielleicht etwas kompliziert an, ist aber ganz einfach. An dem bisher gelernten ändert sich dadurch nichts.


Bei den beiden Tönen eines Powerchords handelt es sich immer um den Grundton (z.B. beim B-Powerchord das "B") und die dazu gehörige Quinte (der fünfte Ton der jeweiligen Tonleiter). Daher kommt auch die 5 in der Akkordsymbolik der Powerchords.

Hieran ändert sich auch nichts, wenn du den "ganzen Powerchord" spielst, denn der mit dem kleinen Finger zusätzlich gegriffene Ton ist nichts anderes, als der Grundton, nur eben eine Oktave höher.


Jetzt zeige ich dir noch eine Powerchord-Variante mit Leersaite als Grundton. Möglich ist diese Variante mit der leeren E-, A- und D-Saite. Auch hier gilt wieder: Nur die zwei zu spielenden Saiten anschlagen und den Rest nicht!



Top ^


________________________________________________________________________

Was findest Du auf den DVD`s zu diesem Thema...


In dem Kapitel "Akkorde Greifen" werden die Powerchords am Beispiel der E-Gitarre, in ihren Formen Grundton auf der E- oder A-Saite und Leersaite als Grundton detailliert behandelt.

Zusätzlich gibt es Tipps zur Anschlagtechnik bei den Powerchords.

Als Grundlage für die Rhythmus-E-Gitarre spielen Powerchords hier natürlich eine bedutende Rolle.

Powerchords mit Grundton auf der E- und A-Saite werden hier ebenso gründlich behandelt, wie der "ganze Powerchord" und Powerchords mit Leersaiten als Grundton.

Darüber hinaus werden auch noch einige Sonderformen vorgestellt, bei denen der Powerchord über alle 6 Saiten angeschlagen werden kann.

Selbstverständlich erhälst du auch zahlreiche Tipps zur Anschlagtechnik bei Powerchords, wie dem "Palm Mute" oder "Dead Notes".

Dazu gibt es Übungen zu den einzelnen Powerchordformen und hierzu jeweils einen PlayAlong-Übungstrack (in Endlosschleife / Loop).

Powerchords bilden die Grundlage für viele weltberühmte Riffs, zum Beispiel solche von AC/DC. Wie man Riffs konstruiert, die dann auch unverwechselbar nach dieser Band klingen, demonstriert und erklärt Thomas Leisen in "Spielend E-Gitarre lernen - Rock Riffs".

Top ^

Gitarrenunterricht